Phantastische Sozialkritik

Franz Marc: Tierschicksale (1913)

Ein Prozess der (Re-)Sozialisation: Marlen Haushofers Die Wand

Marlen Haushofers 1963 erschienener Roman stellt eine Art Tagebuchbericht dar.[1] Im Fokus steht eine namenlose Ich-Erzählerin, die ihr Leben schriftlich dokumentiert. Es handelt sich dabei um den Bericht über eine neu eingetretene Lebenssituation, die nicht dem Alltag entspricht. Der Schauplatz der Diegese findet sich dementsprechend abseits der normalen Realität. Der Wandel von vorheriger zu neuer Situation geschieht mit plötzlichem Auftauchen einer unsichtbaren Wand, die die Protagonistin von der realen Welt abgrenzt. Ihr Auftauchen wird im Fortlauf des Werks weder erklärt noch begründet.  Der Einschnitt der Wand markiert dabei das Aufspalten der diegetischen Welt in zwei ambivalent zueinander stehende Raumsituationen – doch auch wenn die Distanz zum realen Leben stetig zunimmt, wirkt das neue Leben fortlaufend wirklicher.Während sich das Leben der Protagonistin in einem zunächst normalen Umfeld abspielt, stellt die Wand ein eher phantastisches Element dar. Die reale Wirklichkeit verschmilzt mit phantastischen Elementen. Dadurch prallen zweierlei Vorstellungswelten aufeinander, die auf das oft vertretene Zwei-Welten-Modell phantastischer Literatur hinweisen.[2] Die entstehende Ambivalenz lässt sich weiterhin in zwei Richtungen erkennen: einerseits stellt die Wand eine Trennlinie zwischen der irrealen und realen Welt dar, andererseits markiert sie einen temporären Einschnitt der Zeit vor dem Erscheinen und nach dem Erscheinen. Bereits die Bezeichnung Wand ist symbolisch mit der Bedeutung einer abtrennenden Funktion aufgeladen. Geht man dem Modell der zwei Welten nach, zeigen sich also hinter der Wand und vor der Wand zwei ambivalente Räume, wobei einer der Phantastik, und einer der realistischen Darstellung angehört. Es stellt sich die Frage, ob sich der reale Raum eher vor der Wand – also unmittelbar bei dem Geschehen der Protagonistin – oder hinter der Wand – also dort, wo die Protagonistin durch die Wand hinsieht – verorten lässt. Mit genauerer Betrachtung kristallisiert sich heraus, dass bei beiden Varianten Problematik auftaucht.

Räumliche Ambivalenz

Der Einfluss der Wand bezieht sich nicht nur auf sich selbst, sondern hat Auswirkung auf das Davor und das Dahinter. Da sie eine Trennlinie darstellt, ist sie von beiden Seiten aus vorhanden und impliziert beidseitig etwas Irreales. Trotzdem unterscheiden sich die beiden bestehenden Räume voneinander. Die Seite hinter der Wand wirkt deutlich phantastischer, als die Seite von der aus der Leser Blickt. Hinter der Wand befinden sich normalerweise bewegliche Elemente – wie zum Beispiel Wasser – und vereinzelte Menschen in einem Zustand der Starre (vgl. W, S. 16). Vor der Wand allerdings ist bis auf die einengende Trennlinie alles unverändert. Dadurch wird beim Leser die Illusion erweckt, das Phantastische geschehe eher außerhalb des Schauplatzes. Die Wand wird mit Fortlauf des Werks so in den Alltag integriert, dass sie zunehmend an Relevanz verliert. Man könnte meinen, sie gerät in Vergessenheit. Diese Variante der Integration etwas Unnatürlichen in den natürlichen Raum ist typisch für die literarische Form des Magischen Realismus.[3] Der Leser befindet sich zwar zusammen mit der Protagonistin dazugehörigen Tieren in einer menschenlosen, räumlichen Begrenzung, es gibt jedoch zunächst keine weiteren auffällig unnatürlichen Vorkommnisse. Mit Zunahme der Distanz zum vorherigen Leben steigt der realistische Wahrnehmungsgehalt.[4] Anmerkung Dies spitzt sich zum Ende hin zu. Am Schluss des Romans scheinen Protagonist (und Leser) so sehr in der neuen Welt verankert, dass Elemente der alten Welt phantastischer wirken, als die Wand selbst. Zum Ende des Werks taucht willkürlich ein weiterer Mensch auf. Dieser beginnt grundlos die Tiere der Protagonistin zu töten (vgl. W, S. 248). Dieses Vorgehen ist ebenso unverständlich und unbegründet wie das Auftauchen der Wand selbst. Mit Fortlauf des Werks verschiebt sich die Wahrnehmung der zuerst phantastisch wirkenden Neusituation in eine zunehmend realistische Wahrnehmungsperspektive, die im Kontrast zum Romanbeginn steht. Es liegt eine Umkehrung der Weltendarstellung vor. Die Wirkung von Realität und Phantastik geht jeweils in die andere Perspektive über, was das Werk eindeutig dem Magischen Realismus zuordnen lässt.

Korrelation von Mensch und Tier: Assimilation

Mit der Anmerkung zum Romanende lässt sich bereits vernehmen, dass Mensch und Tier in besonderer Relation zueinander stehen. Protagonistin und Tiere leben gleichsam einer Wohngemeinschaft zusammen in der neuen Lebenssituation. In der Ausgabe von dtv wird die Relevanz der Tiere zudem durch das hinterlegte Buchcover unterstützt. Es handelt sich dabei um das 1913 entstandene Werk Tierschicksale von Franc Marc.[5] Es lässt sich vermuten, dass der Roman gar nicht vordergründig das Leben der Protagonistin in der neuen Umgebung zeigt, sondern den Fokus eher auf das Leben mit den Tieren legt.  Gleichzeitig geht es auch um das Leben der Tiere selbst. Durch das Zusammenleben nehmen die Tiere die Funktion der sozialen Familie an. Sie erleiden jedoch – ähnlich wie die Protagonistin selbst – unterschiedliche Schicksale. Diese enden meistens mit dem Tod. Dadurch wird die Prozesshaftigkeit und der Fortlauf des Lebens unterstützt. Sterben spielt eine prädestinierte Rolle in dem Roman. Während die Tiere den Tod finden, dienen sie als lebenserhaltener Garant für die Protagonistin. Die Tiere ersetzen die notwendige soziale Gemeinschaft/Gesellschaft und verhindern somit den Ausfall sozialer Interaktion. Wenn man den Roman aus der Perspektive der Tiere betrachtet, werden zudem noch weniger phantastische Einflüsse deutlich. Für deren Mehrheit hat die Wand weniger Relevanz als für den Menschen. So ergibt sich zunächst eine Differenz zwischen Mensch und Tier.

Im Text erfährt der Leser, dass sich die Protagonistin vor dem Auftauchen der Wand in einer menschlich/familiären Situation befand. Diese wird jedoch zunehmend als irrelevant beschrieben und durch die Tiere ersetzt (Bsp.: „Luchs [der Hund] behandelte mich immer noch wie ein hilfloses Kind […].“ (W, S. 227). Es lassen sich zudem explizite Äußerungen zum Wunderbaren finden, die das Romangeschehen auch als eine Art Traum oder Vision wirken lassen könnten: „[…] meine Kinder waren nicht so anfällig für Geheimnis und Wunder wie ich.“ (W, S. 121). Die Textstelle teilt der Protagonistin eine Anfälligkeit für Wundersames zu und trennt die Figur dabei in ihrem Wahrnehmungsvermögen von deren Kindern ab. Ebenso darauf hinweisend ist die nachfolgende Textpassage: „Nach dem Erwachen, wenn der Geist noch vom Schlaf gelähmt ist, sehe ich manchmal Dinge, ehe ich die einordnen und wiedererkennen kann.“ (W, S. 192). Es lässt sich vermuten, dass die Romanhandlung und das Auftauchen der Wand ebenso dem anfälligen Wahrnehmungsvermögen der Protagonistin geschult sind und dementsprechend gar nicht in der Form existiert. Dies würde zudem erklären, dass sich die Tiere in einem unauffälligeren Verhältnis zur Wand befinden. Andererseits ließe sich die Differenz zwischen Mensch und Tier auch anderweitig erklären, denn:

Das war die Wirklichkeit. Weil ich das alles gesehen und gespürt habe, fällt es mir schwer, bei Tag zu träumen. Ich habe einen heftigen Widerwillen gegen Tagträume, und ich spüre, daß die Hoffnung in mir abgestorben ist. Es macht mir Angst. Ich weiß nicht, ob ich es ertragen werde, nur noch mit der Wirklichkeit zu leben. Manchmal versuche ich, mit mir umzugehen wie mit einem Roboter: Tu dies und geh dorthin und vergiß nicht, das zu tun. (W, S. 192 ff.)

 

Die Textstelle markiert das Erlebte eindeutig als wirklich. Solche und ähnliche wiederkehrenden Passagen tragen dazu bei, das Magische zunehmend in die realistische Darstellungsweise zu integrieren und zu übersetzen. Es wird sogar benannt, nur noch in der Wirklichkeit leben zu müssen. Dabei wird der Bezug zur Anfälligkeit des Wunderbaren gezogen, der hier aber nicht mehr ausgelebt werden kann und den Wirklichkeitsgehalt somit anhebt. Der dokumentarische Schreibstil steuert ebenso zur Anerkennung der Situation als real erlebtes Geschehnis bei. Der zweite Teil des Zitats zielt auf das Verhalten der Protagonistin ab. Es wird berichtet, dass sich die Figur selbst Befehle erteilt und sich dementsprechend wie aus einer Art Außenposition betrachtet. Trotz abgestorbener Hoffnung lässt sich daran ein instinkthafter Überlebensdrang feststellen.

(Re-)Sozialisation

Mit Bezug zum Instinkt eröffnet sich die Parallele zwischen Mensch und Tier. Gleichzeitig erinnert auch das Erteilen von Befehlen an die Haltung der (Haus-)Tiere, die hier auf das eigene Selbst übertragen wird. Betrachtet man diese Theorie im Gesamtraum des Romans, so lässt sich die eingesperrte Situation des Menschen mit der Wand ebenso mit der eingesperrten Situation eines Tieres vergleichen. Mensch und Tier nähern sich bei genauerer Betrachtung zunehmend aneinander an und beginnen sich zu vermischen. Der Roman erzählt den Vorgang einer Assimilation. Es entwickelt sich eine Art Eigendynamik, mit der neuen Lebenssituation umzugehen. Daraus ergibt sich eine neue Strategie (sozial) zu leben. Wenn sich Mensch und Tier aneinander angleichen, so nimmt auch die soziale Interaktion zwischen beiden Erscheinungsformen zu. Dies unterstützt gleichzeitig den Aspekt Neugründung einer Familie mit den Tieren.  Der Roman ist somit symbolisch aufgeladen und nimmt Bezug zum ursprünglichen Menschen animalischer Natur.

Wenn man nun erneut die transparente Wand hinzuzieht, entsteht ein weiteres Bild: die transparente Form lässt die Wand ähnlich einer Glasscheibe erscheinen. Betrachtet man den Menschen in Bezug zu dieser Scheibe – und in Bezug zum Vergleich des eingesperrten Haustieres – erinnert die Szenerie an die Vorstellung des Menschen im Glashaus. Der Bezug zur Redewendung impliziert, dass der Mensch selbst nicht besser sei, als das mit dem er umgeht. Im vorliegenden Fall entspräche dies dem Tier. Der Mensch ist dementsprechend damit markiert, nicht besser zu sein als ein Tier. Das stimmt mit der These überein, dass der Roman den Menschen in den gemeinsamen Ursprung der animalischen Natur mit dem Tierischen versetzt. Die Assimilation und daraus zunehmende Vermischung zeigt sich außerdem im folgenden Zitat:

Die Schranken zwischen Tier und Mensch fallen sehr leicht. Wir sind von einer einzigen großen Familie, und wenn wir einsam und unglücklich sind, nehmen wir auch die Freundschaft unserer entfernten Vettern gern entgegen. Sie leiden wie ich, wenn ihnen Schmerz zugeführt wird, und wie ich brauchen sie Nahrung, Wärme und ein bißchen Zärtlichkeit. (W, S. 214)

Mensch und Tier werden hier auf ihre Grundbedürfnisse reduziert und somit auf eine einheitliche Ebene gestellt. Die progressive Angleichung zwischen Mensch und Tier geht dabei ebenso mit der progressiven Angleichung von Realität und Phantastik einher. Beide Bereiche werden zunehmend miteinander vermischt, sodass eine Trennung jeweils schwieriger wahrnehmbar ist. Dies spitzt sich weiterhin zu: „In jenem Sommer vergaß ich ganz, daß Luchs ein Hund war und ich ein Mensch. Ich wußte es, aber es hatte jede trennende Bedeutung verloren.“ (W, S. 241). Die Textstelle markiert deutlich, dass Bewusstsein der Figur, kein Tier zu sein. Dennoch werden beide Lebensformen miteinander verbunden. Eine trennende Relevanz scheint nicht notwendig, sofern die Bedürfnisse gleich sind.

Funktionalität der Phantastik

Wenn nun die Angleichung zwischen Mensch und Tier mit der Angleichung von Realität und Phantastik einhergehen, sollten beide Vorgänge eine ähnliche Funktion erfüllen. Es prallen nicht nur zwei Welten von Irrealität und Wirklichkeit aufeinander, sondern ebenso zweierlei biologische fundierte Bereiche unterschiedlicher Lebewesen. Mit dem Verschmelzen unterschiedlicher Situation gehen dabei vermehrt existenzielle Fragestellungen einher, die dem Werk eine philosophische Note verleihen. Im Vordergrund stehen besonders die Elemente von Zeitlichkeit und Ewigkeit. Mit dem Wegfall menschlicher Interaktion gerät die Wahrnehmung der Zeit zunehmend in den Hintergrund. Dies impliziert den sozialen Charakter des Menschen, der sich fest verankert in einer sozialen Struktur geregelter Abläufe befindet. Fallen diese Regelungen weg, zerfällt auch die soziale Ordnung. Im Roman ist soziale Ordnung dennoch erkennen, wird aber neu erschaffen. In Zusammenarbeit mit den Tieren bildet sich die temporäre Ebene vordergründig aus den Jahreszeiten. Der Mensch wird dementsprechend im Einklang mit der Natur verortet, in dem der Einklang mit der Gesellschaft zunehmend irrelevant wird. Normen und Muster fallen weg und müssen neu aufgebaut werden. Der Roman kann dementsprechend als ein soziales Projekt der (Re-)Sozialisation gelesen werden, in dem der Mensch zu seinen Ursprüngen zurückversetzt wird. Dem Menschen wird somit die Möglichkeit gegeben, ein alternatives soziales Leben aufzubauen. Da das Leben mit den Tieren als sehr harmonisch und liebevoll beschrieben wird, kann dies gleichzeitig als Kritik an der bestehenden, kulturellen Gesellschaft gelesen werden. Mit Wegfall anderer Menschen und somit auch mit dem Wegfall normativer sozialer Einflüsse und Stressfaktoren geht außerdem die Aufwertung des Individuums einher:

Wenn die Zeit aber nur in meinem Kopf existiert und ich der letzte Mensch bin, wird sie mit meinem Tod enden. Der Gedanke stimmt mich heiter. Ich habe es vielleicht in der Hand, die Zeit zu ermorden. Das große Netz wird reißen und mit seinem traurigen Inhalt in das Vergessen stürzen. (W, S. 216)

Mit Bezug zur Zeit hebt das Zitat die Macht des Einzelnen hervor. Der Mensch funktioniert nicht mehr nur innerhalb eines bestimmten sozialen Gefüges, sondern handelt im Alleingang. Mit zunehmender Irrelevanz sozialer Normen und Ordnungselemente wird also die Wertigkeit des eigenen Selbst angehoben. Dies wird zudem durch den Satz: „[…] daß der ganze Sinn eines Geschehnisses in ihm selbst liegt.“ (W, S. 216) unterstützt. Ihm selbst bezieht sich dabei auf dasjenige, was das genannte Geschehnis erlebt. Der Fokus liegt also nicht mehr auf der Verortung innerhalb eines beeinflussenden Umfelds, sondern einzig und allein auf dem erlebenden Subjekt selbst. Die Aussage lässt sich gleichermaßen auf Mensch und Tier beziehungsweise Lebewesen generell beziehen. Zentral gesetzt werden das beliebige Individuum und das explizite individuelle Erleben.

Wichtige Elemente, die durch das Zusammenspiel mit dem phantastischen Element der Wand auftauchen sind also:

Isolation, indem der Mensch von seinem gewohnten Umfeld der sozialen Gesellschaft getrennt wird und dadurch gezwungen ist, ein neues Gesellschaftsmodell zu entwerfen,

Sozialkritik, indem die harmonische Beschreibung im Einklang mit der Natur die Aufwertung des Individuums hervorgeht, während es in der sozialen Realität eher von sozialen Zwängen dominiert ist,

(Re-)Sozialisation, indem der Mensch sich wie nach einem Neuanfang an eine neue Lebenssituation anpassen muss und zu seinem eigenen Nutzen ein Zusammenleben mit dem Tier gestaltet und so zu seinem Ursprung zurückfindet.

Diese drei zentralen Punkte gestalten sich vor allem aus der Ambivalenz und gleichzeitigen Assimilation zwischen Wirklichkeit und Irrealität, wobei die Ausgliederung aus der sozialen Gesellschaft utopische Züge annimmt. Trotz der Gefangenheit im Rahmen der undurchdringlichen Wand besteht die Situation einer Freiheit von sozialen Zwängen. Freiheit dominiert, obwohl eine räumliche Begrenzung besteht. Die Vermischung von Realität und Phantastik übt so auf experimentelle Weise Kritik an der sozialen Gesellschaft aus und bietet ein utopisches Modell der neuen Sozialisation ohne Menschen. Dabei wird ein Rückgang zum Ursprünglichen suggeriert. Die (Re-)Sozialisation zeigt sich besonders im Einklang mit dem Tier, der Natur und sich selbst. Der Vorgang kann zudem nur geschehen, sofern das eigene Schicksal akzeptiert wird. Das Schicksal ist in diesem Fall mit dem phantastischen Element der Wand gleichzusetzen, die hier als vermittelndes Medium fungiert und so die Grenzen zwischen Realität/Gesellschaft und Phantastik/Utopie miteinander verschmelzen lässt. “Die Wand” ist mit ihrer Transparenz eher als “Das (kritische) Fenster” zur Welt des Menschen zu verstehen.

Literaturverweis

[1] Haushofer, Marlen: Die Wand. München: dtv 1999. Im Folgenden wird für den Rückgriff auf den Roman die Sigle „W“ verwendet.

[2] Das Zwei-Welten-Modell bezeichnet das Aufeinanderprallen der realen und der phantastischen Welt innerhalb des phantastischen Romans. Die Tradition geht dabei weitreichend zurück (Bsp.: Nikolajeva, Maria: The Magic Code. The Use of Magic Patterns in Fantasy for Children. Almqvist & Wiksell: Stockholm 1988).

[3] Vertiefend: Durst, Uwe: Begrenzte und entgrenzte wunderbare Systeme: Vom Bürgerlichen zum ‘Magischen’ Realismus. In: Lars Schmeink , Hans-Harald Müller (Hrsg.): Fremde Welten: Wege und Räume der Fantastik im 21. Jahrhundert. Berlin/Boston: Walter de Gruyter 2012, S. 57–74.

[4] Realistisch bezieht sich hier vor allem auf die stilistische Erzählweise, die der Epoche des Realismus entspringt. Es handelt sich um die Darstellung alltagsnaher Sachverhalte, die nicht unbedingt der Wirklichkeit entsprechen müssen, in ihrer Formulierung aber als möglich und real erfahrbar erscheinen.

[5] Marc, Franz: Tierschicksale. Öl auf Leinwand, 1913 (Im Bestand des Kunstmuseums Basel).

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Autor: Elisa Garrett

Literatur- und Kulturwissenschaftlerin an der Universität Bayreuth

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