Novellen der Gegenwart

Kunst und Tod als motivische Verknüpfungselemente bei Hartmut Lange

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit Hartmut Langes Episodenroman Das Haus in der Dorotheenstraße aus dem Jahr 2013.[1] Anmerkung Das Buch unterteilt sich in fünf Novellen, die als einzelne Geschichten abgeschlossen sind. Trotzdem scheinen sie miteinander verbunden zu sein. Untersucht werden deswegen wiederkehrende Motive, die sich über die einzelnen Teile spannen und sie zu einem zusammenhängenden Gesamtwerk werden lassen. Beispielsweise stimmen in den fünf Novellen die Lokalitäten überein und befinden sich laut Klappentext des Buches in Berlin rund um den Teltowkanal. Dies ist aber nicht der einzige rote Faden, der sich durch die Novellen zieht. Zudem zeigt die Örtlichkeit wenig inhaltliche Relevanz für die Geschichten. Deswegen ist es interessant herauszufinden, welche Verbindungsglieder die Geschichten auch auf der Handlungsebene miteinander verknüpfen – zumal der Teltowkanal in den letzten beiden Novellen kein einziges Mal erwähnt wird. Die Lange-Forschung bietet bereits einige Analysen verschiedener Werke an, die sich jedoch eher auf die frühere Schaffensphase des Autors beziehen. „Novellen der Gegenwart“ weiterlesen

Anomie und Jugendliteratur

Soziologische Züge in Wolfgang Herrndorfs Comig-of-Age-Roman Tschick

In der Gesellschaft kommt es häufig zu Ungleichheiten. Durch Ungleichheiten ergeben sich wiederum Verhaltensformen, die von der erwarteten oder gesetzten Norm abweichen. Darunter gibt es zum einen abgeschwächte Formen, die niemandem schaden, aber auch drastische Formen, die sich jeder Norm und Richtlinie entziehen. Dadurch entsteht Chaos und Unordnung in der Gesellschaft. Zu den drastischen Äußerungen des Verhaltens fallen zum Beispiel illegale Aktivitäten oder rebellische Aktionen, die sich gegen die vorhandene Sozialstruktur auflehnen.  Mit solchen Verhaltensweisen, die in den Bereich der Anomie ausarten können, beschäftigt sich der Soziologe Robert King Merton in seinem Aufsatz Sozialstruktur und Anomie.[1] Das Thema lässt sich in der Gesellschaft oft erkennen. Besonders bei Jugendlichen kommt es häufig zu abweichenden Verhaltensweisen, die mitunter ausarten und gruppenbedingt sind. Die Verhaltensweisen von Jugendlichen sind dabei aber nicht immer nur sozialstrukturbedingt, sondern werden zudem durch „gemeinsame Situationen gegenseitig verstärkt“ (RM, S. 305). Einfluss haben somit auch andere Jugendliche. „Anomie und Jugendliteratur“ weiterlesen

Coming-of-Age und die Initiationsreise

Wie der Topos des Internats zum Selbstfindungsprozess beiträgt

Der Aspekt der Freiwilligkeit […] spielt in Bezug auf den Umschwung in der Denkweise des Protagonisten, die eine Initiation mit sich bringt, eine wichtige Rolle. Eine Initiation, die freiwillig geschieht, hat eher eine dauerhafte Veränderung des Initianden zur Folge als eine erzwungene.[1]

Laut Nicole Gast übt eine aus freiem Willen geschehene Initiation eine länger anhaltendere Veränderung des Protagonisten aus. Der Initiations- und Adoleszenzroman beschäftigt sich mit der Thematik des Erwachsenwerdens und beinhaltet einen fortschreitenden Selbstfindungsprozess des Protagonisten.  Dabei ändert sich die Denkweise der zentralen Figur im Verlauf  eines Werks durch verschiedene Faktoren. Dieser Beitrag bezieht sich auf den 2005 veröffentlichten Debüt-Roman von John Green Eine wie Alaska.[2] Der für den Jugendliteraturpreis 2008 nominierte Roman handelt von der Sehnsucht nach dem Erwachsenwerden.[3] Zunächst bezieht sich die Handlung auf den zuerst eher unbeliebten Protagonisten Miles Halter, der in ein Internat zieht. Dort findet er erstmals Freunde und beginnt sich ein soziales Umfeld aufzubauen. Sein Ziel ist es, sich auf die Suche nach dem Großen Vielleicht zu begeben. Einer seiner Freunde ist das Mädchen Alaska, in das er sich verliebt. Auch Alaska verfolgt ein Ziel. Sie stellt sich die Frage, wie man aus dem Labyrinth des Leidens herauskommt. In der Mitte des Romans verunglückt Alaska tödlich bei einem Autounfall. „Coming-of-Age und die Initiationsreise“ weiterlesen

Von Pixibuch bis Jugendroman

Zur Entwicklung der Bild- und Textkorrespondenz der Conni-Buchreihe

Der Buchmarkt der Kinder- und Jugendliteratur bietet viele Bücher, die für unterschiedliche Altersklassen geeignet sind. So gibt es zum Beispiel Bücher für Kleinkinder, Schulkinder, bis hin zu Jugendromanen und Erwachsenenbücher. Dieser Beitrag bezieht sich auf eine Buchreihe, die alle Stationen von Kleinkind- bis Jugendalter abdeckt. Angesprochen ist die Buchreihe Conni. Begonnen im Jahr 1992 mit Pixibüchern und weiterlaufend bis jetzt mit aktuellen Jugendromanen sprechen die Connibücher verschiedene Stationen im Leben des Kindes mit unterschiedlichem Altersbezug an.[1] In den Büchern werden vom Kindergartenkind bis zum 15-jährigen Teenager verschiedene Altersstufen der Protagonistin durchlaufen, sodass ein nachvollziehbarer, nahezu realistischer Alterungsprozess vorliegt. Mit der älter werdenden Conni steigt auch das Alter der Leseempfehlung an – die Bücher wenden sich mit ihren episodischen Geschichten an Kinder und Jugendliche, die einem jeweils ähnlichen Alter der Protagonistin entsprechen. „Von Pixibuch bis Jugendroman“ weiterlesen