Neuer Artikel: Biologische Wahrnehmungsräume (Germanica)

Abstract: Biologische Wahrnehmungsräume – Zur Vegetation in der Sprache der Gegenwartslyrik

Das Gedicht nachts leuchten die schiffe aus dem gleichnamigen Gedichtband Nico Bleutges betont eine deutliche Kohärenz zwischen lyrischer Sprache und biologischen Mustern. Die enge Verknüpfung zum strukturellen Bereich der Pflanzenwelt öffnet erweiterte Perspektiven auf die Naturmetaphorik der Gegenwartslyrik. Wortverbindungen und Begriffsbeziehungen präsentieren sich als biologisch-organische Konstellation und bieten Parallelen zu Prozessen der pflanzlichen Vegetation und dem Pflanzenwachstum. Zusätzlich operiert das Gedicht mit dem Gedanken des naturphilosophischen Vitalismus. Der Grundton des Vegetativen spiegelt sich in der Struktur der Sprache wider. Er bestimmt nicht nur die Basis des Inhalts, sondern ist ebenso auf der formalen Ebene festzustellen. Mit Blick auf die dominant vegetative Metaphorik und den biologisch bestimmten Wahrnehmungsraum untersucht der Artikel den Zusammenhang organischer und sprachlicher Konstruktionen, den eine außergewöhnlich enge Verknüpfung von Dichtkunst, Sprachphilosophie und pflanzlicher Vegetation als Teilgebiet der Mikrobiologie auszeichnet. „Neuer Artikel: Biologische Wahrnehmungsräume (Germanica)“ weiterlesen

Neuerscheinung: Heterotopie und Chronotopos (Neuhaus Verlag)

Zur (Neu-)Gestaltung der Großstadt im Kontext des Ersten Weltkriegs – Raum und Zeit in Franz Hessels »Pariser Romanze«

Franz Hessel bietet mit seiner »Pariser Romanze« (1920) einen monologischen Briefroman, der in der gesellschaftlichen Situation des Ersten Weltkriegs spielt. Neben der Kriegsdarstellung erfolgt die Erinnerungsschilderung der Pariser Vorkriegszeit. Die Stadt eröffnet sich als Topographie verschobener Raum- und Zeitebenen und bietet ein ungewöhnliches Konzept der modernen Großstadterfahrung im Kriegsgeschehen. Der vorliegende Band untersucht das Konzept der Großstadt unter literaturwissenschaftlichen Aspekten und ordnet es kultursoziologisch ein. In der Forschung wurde Hessels Werk bisher verhältnismäßig gering betrachtet. Dieser Beitrag möchte dazu aufrufen, den Blick der Wissenschaft auch auf Schriftsteller und Werke abseits des Kanons zu richten. „Neuerscheinung: Heterotopie und Chronotopos (Neuhaus Verlag)“ weiterlesen

PS: Die literarästhetische Großstadt Teil III (Paris)

12.12.2018: Divergente Tendenzen des urbanen Blicks (Georg Heym)

Mit einem Gemälde von Edouard Léon Cortès: Place St. Michel, Notre Dame, 1949. Nachdem das Seminar in der letzten Woche leider ausfallen musste, beginnen wir heute mit einem neuen Abschnitt. Wir verlassen den Berliner Stadtraum und schwenken rüber nach Paris. Hierfür betrachten wir zwei Gedichte von Georg Heym. Zunächst untersuchen wir das bekannte und bereits häufig untersuchte Gedicht Der Gott der Stadt (1910). Auch wenn es motivisch eine starke Nähe zu den Berliner Werken öffnet, wird keine konkrete Stadt benannt. Obwohl der Titel die Vermutung nahelegt, eine bestimmte Stadt zu behandeln, wird der sogenannte „Gott“ als herrschende Instanz über „[d]ie großen Städte“ beschrieben. „PS: Die literarästhetische Großstadt Teil III (Paris)“ weiterlesen

PS: Die literarästhetische Großstadt zwischen 1900 und 1930: Teil I

Übersicht zum Proseminar im WS 2018/2019 (Universität Bayreuth)

Als kulturelle Metropole ist die Großstadt ein beliebter Handlungsschauplatz der Literatur. Gemeinsam werden wir uns verschiedene Formen der literarästhetischen Großstadtdarstellung zwischen 1900 und 1930 ansehen und miteinander in Bezug setzen. Dabei blicken wir nicht nur auf die bekannten Vertreter der Großstadtliteratur, sondern auch auf weniger präsente Texte. Behandelt werden unter anderem Gedichte von Georg Heym und Alfred Wolfenstein sowie Autoren, die in der Forschung erst deutlich nach ihrer Schaffenszeit wiederentdeckt wurden. Ziel ist es, den urbanen Raum anhand intensiver Textarbeit in seinen unterschiedlichen Facetten fassbar zu machen, literaturgeschichtlich zu kontextualisieren und über die Grenzen des Kanons hinaus zu erweitern. „PS: Die literarästhetische Großstadt zwischen 1900 und 1930: Teil I“ weiterlesen

Vortrag: Sprache – Macht – Rassismus (Cluj-Napoca, Rumänien)

Zur narrativen Vermittlung kultureller Ausgrenzung in der Gegenwartsliteratur: Fatma Ayedemir

Fatma Aydemir behandelt in ihrem Roman Ellbogen (2017) Themen, die aktueller denn je sind: Migration und Postmigration. Im Rahmen der Tagung “dominanz.macht.sprache” sollen die rassistisch geprägten Muster kultureller Ausgrenzung mit der literarischen Sprache in Verbindung gebracht werden. Die Veranstaltung findet vom 04.–05. April 2019 in der Österreich-Bibliothek Cluj-Napoca statt. „Vortrag: Sprache – Macht – Rassismus (Cluj-Napoca, Rumänien)“ weiterlesen